Content begins here
Main page content
Click to collapse
Wissenschaftliches Arbeiten
Click to collapse
Das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit in Form von Seminararbeiten, Bachelor- oder Masterarbeiten ist ein essentieller Bestandteil deiner akademischen Laufbahn.
Besonders vor dem Hintergrund der Einführung von KI im wissenschaftlichen Arbeiten ist es außerordentlich wichtig die Definitionen der Grundlagen und systematisch nachvollziebaren Handlungsmethoden des wissenschafltichen Arbeitens zu kennen und einzuhalten!
Wissenschaftliches Arbeiten Click to collapse
Was ist "Wissenschaftliches Arbeiten"?
Was heißt "Wissenschaftliches Arbeiten" eigentlich? Je nach den Fachgebieten und Traditionen der einzelnen Wissenschaftsbereiche, aber auch nach persönlichen Meinungen und Einstellungen von Wissenschaftler:innen und Hochschullehrenden unterscheiden sich die Antworten.
Definition
"Wissenschaftliches Arbeiten zeigt sich in einer systematischen und methodisch kontrollierten Verbindung eigenständiger und kreativer Gedanken mit bereits vorliegenden Befunden. Das Vorgehen ist sorgfältig, begriffserklärend und fach- bzw. disziplinbezogen."
Bohl, Thorsten (2008). Wissenschaftliches Arbeiten im Studium der Pädagogik: Arbeitsprozesse, Referate, Hausarbeiten, mündliche Prüfungen und mehr ... Weinheim & Basel: Beltz Verlag, S.13
Wenn du dir diese und weitere Definitionen anschaust, wirst du einige der folgenden grundlegenden Charakteristiken des wissenschaftlichen Arbeitens finden.
Merkmale wissenschaftlichen Arbeitens
- Wissenschaftliches Arbeiten ist systematisch, das heißt es folgt etablierten Methoden, Prozessen und Techniken, welche verlässlich und valide sind.
- Wissenschatliches Arbeiten ist objektiv, das heißt dass du distanziert an die Forschungsaufgabe herangehst und diese ohne gefühlsmäßige Argumentation, vorgefertigte Meinungen oder Vorurteile bearbeitest.
- Wissenschaftliches Arbeiten ist nachvollziehbar, das heißt dass sich deine Ergebnisse und Erkenntnisse klar aufgrund der von dir erarbeiteten Forschungsbefunde und der kritischen Auseinandersetzung mit dem Stand der wissenschaftlichen Forschung in deinem Gebiet ergeben.
- Wissenschaftliches Arbeiten ist fundiert, das heißt, dass deine Arbeit die wesentlichen Begriffe und Konzepte definiert und auf bestehendes Wissen und den aktuellen Stand der Forschung in deinem Gebiet aufbaut.
- Wissenschaftliches Arbeiten ist relevant und aktuell, das heißt dass du Fragen bearbeitest, die einen (neuen) Beitrag zum Wissensstand und dem Fortschritt in Ihrem Bereich leisten. Diese Relevanz wird durch eine Übersicht über den Forschungsstand und die noch zu bearbeitenden, offenen Fragen im Literaturteil deiner Arbeit dargestellt.
- Wissenschaftliches Arbeiten strebt nach übergreifenden (generalisierbaren) Ergebnissen, das heißt, dass du einen gewissen Grad von "Allgemeingültigkeit" deiner Forschungsergebnisse anstrebst. Dieser Grad wird sich je nach Forschungsfrage unterscheiden, aber es ist wichtig, dass du definierst, inwieweit dein Ergebnisse gültig sind.
- Wissenschaftliches Arbeiten folgt den Regeln der akademischen Redlichkeit, das heißt dass du mit dem Gedankengut anderer ehrlich umgehen, Plagiate vermeiden, und Fragen der Ethik berücksichtigen und entsprechend behandeln kannst.
- Wissenschaftliches Arbeiten folgt einer Reihe von formalen Kriterien, die du auf dieser Seite und in einzelnen Lehrveranstaltungen näher beleuchten wirst.
(teilweise basierend auf: Preißer, K.H. (1993). Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens. Regensburg: eurotrans-Verlag.)
Alltagswissen vs. Wissenschaftliches Wissen - eine definitorische Abgrenzung
Wir alle forschen von Kind an, entdecken die Welt um uns herum, und bauen uns nach und nach mit zunehmender Erfahrung unsere Vorstellung dieser Welt, in der wir uns befinden, auf. Wissenschaftler:innen operieren im Grunde auch so, nur haben sie andere Ansprüche.
Die folgende Tabelle nach Bieker (2011, S.5) zeigt die wichtigsten Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten von Alltagswissen und wissenschaftlichem Wissen.
|
Alltagswissen |
Wissenschaftliches Wissen |
|---|---|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Dabei haben Alltagswissen und wissenschaftliches Wissen aber auch einige Gemeinsamkeiten:
- Die Grundlage des Wissens ist bei beiden Beobachtung oder Erfahrung
- Erfahrungen werden geordnet, neue Erfahrungen mit vorhandenen Erfahrungen abgeglichen
- Aus Beobachtungen werden Theorien im Sinne von verallgemeinerbaren Annahmen über die soziale Wirklichkeit
- Wissen wird zur Erklärung von Beobachtungen, zur Vorhersage von Ereignissen und als Handlungsgrundlage verwendet
- Wissen kann wahr oder falsch sein
- Wissen kann mehr oder weniger nützlich sein.
Weiterführende Ressourcen
Scienceclip.at (2016). Was ist Wissenschaft? Verfügbar unter https://www.youtube.com/watch?v=VUykrFTwjsU
ZDFinfo Doku (2014). Revolutionäre der Wissenschaft (1). Forschung statt Aberglaube. Verfügbar unter https://youtu.be/AE4tKXQbbIY.
12 Leitprinzipien für wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben
Aufbau und formale Aspekte Click to collapse
Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Ähnlich wie bei einem literarischen Text setzt sich auch eine wissenschaftliche Arbeit aus Einleitung, Hauptteil und Schluss zusammen. Diese Teile beinhalten folgende Aspekte:
| Abstract |
Der Abstract folgt nach dem Deckblatt und bietet auf etwa einer halben Seite einen kompakten Überblick über die vorliegende Arbeit. Er beinhaltet die zentrale Forschungsfrage, die angewandte Methodik sowie die wichtigsten Ergebnisse und daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen. Abschließend werden drei bis vier thematische Schlüsselwörter angeführt. Wird die Arbeit in deutscher Sprache verfasst, ist zusätzlich eine englische Version des Abstracts zu integrieren. Im Anschluss an den Abstract und vor der Einleitung folgt die Gliederung der Arbeit. |
| Einleitung |
Im Anschluss an den Abstract folgt die Gliederung der Arbeit. Die Einleitung beschreibt grob deine Vorgehensweise zur Beantwortung der Forschungsfrage. Ausgehend von einer Beschreibung des Problems umfasst die Einleitung die Forschungsfrage, einen kurzen Einblick in die verwendete Methodik sowie die Gliederung der Arbeit.
|
| Hauptteil |
Im Hauptteil folgt nun die ausführliche Beschreibung der Forschungsarbeit. Der Literaturteil fasst den aktuellen Forschungsstand zum gewählten Thema zusammen und hilft bei der gedanklichen Ausarbeitung des Untersuchungsansatzes. Während die Methodik erklärt, warum und wie die Untersuchung an sich aufgebaut ist, welche Mittel zur Erhebung verwendet wurden und wie sich die Stichprobe zusammensetzt, wird die Forschungsfrage erst mit der Analyse im Ergebnisteil beantwortet.
|
| Schluss |
Im Schluss werden die Ergebnisse im Hinblick auf die Forschungsfrage zusammengefasst und interpretiert. Dabei werden Limitationen der Untersuchung diskutiert sowie Schlussfolgerungen auf zukünftige Forschungsrichtungen gegeben. |
| Bibliographie |
Die Bibliographie enthält alle in der Arbeit verwendeten Quellen und Referenzen und dient der Nachvollziehbarkeit sowie wissenschaftlichen Fundierung der Argumentation. Sie umfasst grundlegende Fachliteratur als auch aktuelle Studien und relevante wissenschaftliche Beiträge zum Thema. Die Quellen werden gemäß den geltenden Zitierstandards (z. B. APA, Harvard oder Chicago) einheitlich, vollständig und in alphabetischer Reihenfolge angeführt. |
Literaturrecherche
Die Basis einer wissenschaftlichen Arbeit bilden qualitativ hochwertige Literaturquellen und empirisch fundierte Ergebnisse. Am Anfang eines jeden Schreibprozesses steht also immer eine gründliche und strukturierte Literaturrecherche. Um den aktuellen Forschungsstand zum gewählten Thema in der wissenschaftlichen Arbeit möglichst genau abbilden zu können, empfiehlt es sich strategisch und systematisch nach seriösen Quellen zu suchen.
Grundsätzlich können sowohl gedruckte als auch online Quellen für die wissenschaftliche Arbeit in Betracht gezogen werden. Besonders Fachbücher von bekannten Verlagen sind mittlerweile auch online verfügbar. Hier kannst du gerne einen Blick in die e-Library des MCI werfen. Dort hast du Zugriff auf alle Online-Ressourcen und Datenbanken des MCI. Für weitere Fragen rund um Literaturrecherche, Citavi und Plagiat kontaktiere gerne deine Bibliothekar:innen. Sie helfen und unterstützen dich gerne (bibliothek@mci.edu).
Bei der Beurteilung, ob eine Quelle geeignet ist, sollten folgende Aspekte beachtet werden:
- Der wissenschaftliche Einfluss einer Quelle: Der Science Citation Index gibt an, wie häufig eine Quelle bereits zitiert wurde, d. h. je höher dieser Faktor, desto besser.
- Herausgeber:in: Bekannte Verlage, wie zum Beispiel der Springer Verlag oder Pearson, gelten als bekannte Verlage von Fachbüchern und wissenschaftlichen Texten.
- Autor:in: Autor:innen, welche mehrere Arbeiten publizieren, gelten als Expert:innen in ihrem Themenfeld.
- Begutachtung der Quelle: Seriöse wissenschaftliche Quellen unterlaufen einem Begutachtungsprozess in Form eines Peer-Reviews, d. h. andere unabhängige Forschende begutachten anonym die Qualität und Verlässlichkeit der Forschung. Dadurch kann die höchste wissenschaftliche Integrität gewährleistet werden.
Tipp: Hast du eine geeignete Quelle (in Bezug auf Inhalt und Glaubwürdigkeit) gefunden, schaue dir das Literaturverzeichnis an. Die dort aufgelisteten Quellen können hilfreich bei der weiteren Literatursuche sein! Weitere Tipps für die Literaturrecherche findest du unter https://www.youtube.com/watch?v=ffkQT1ahJ_U
Wissenschaftliches Lesen
Was bedeutet sinnerfassendes Lesen?
Du fragst dich, warum manche Menschen auch bei noch so vielen Seiten an wissenschaftlichem Text den Überblick behalten? Warum andere beim Lesen schneller sind und am Ende das Gelesene auch wiedergeben können?
Was unterscheidet dich von diesen Leser:innen? Sinnerfassende Leser:innen...
- sind sich bewusst, warum sie einen Text lesen.
- stellen Verbindungen zwischen dem, was sie schon wissen, und neuer Information im Text her.
- verwenden den Kontext, um unbekannte Begriffe zu verstehen.
- machen sich Notizen und unterstreichen Textstellen.
- evaluieren die Qualität des Textes und hinterfragen ihn.
- können wichtige Aussagen im Text identifizieren und wiedergeben.
- denken darüber nach, wie sie die Information anwenden und nützen können.
Verstehen = aktive Lesearbeit
Lesen wird oft als passiver Prozess verstanden, bei dem es nur um das Erkennen und Rezipieren von Worten geht.
Sinnerfassendes Lesen bedarf jedoch aktiver Denkarbeit, wenn das Gelesene nicht nur erkannt und bestenfalls ins Kurzzeitgedächtnis aufgenommen, sondern auch behalten und verstanden werden soll.
Aktiviere dein bestehendes Wissen!
Wenn du schon vorhandene Erfahrungen und Wissen mit dem zu lesenden Text in Verbindung bringst, hast du eine viel bessere Chance, dir die neue Information leichter zu merken, da du diese in schon bestehende Wissensstrukturen einordnen kannst. Dazu kannst du z. B. ein kurzes Brainstorming zum behandelten Thema machen und die Begriffe, die dir dazu einfallen, notieren und kategorisieren. Wenn du schon einiges zum Thema weißt, kannst du schon vor der Beschäftigung mit dem Inhalt eine Reihe von Fragen stellen und so deinen Fokus stärken. Schreibe dir diese ruhig auch auf. Ein kurzes Überfliegen (Scanning) des Textes kann auch dabei helfen, sich auf die gedankliche Auseinandersetzung vorzubereiten.
Bitte beachte folgenden Schritte:
- Was weiß ich bereits über das Thema?
- Brainstorming: Was ist neu und interessant?
- Was interessiert mich noch?
Die SQ3R Lesemethode für wissenschaftliche Texte
Bei dieser Methode geht es nicht um die Erhöhung der Lesegeschwindigkeit, sondern vielmehr darum, den Inhalt zu verstehen und ihn sich langfristig merken zu können. SQ3R leitet sich aus den Anfangsbuchstaben der 4 Phasen ab, in welchen diese Technik durchlaufen wird.
Survey - Question - Read - Recite - Review
Formale Richtlinien (allgemein)
Wissenschaftliche Arbeiten sind formal einheitlich zu gestalten. Zum einen erleichtert es die Lesbarkeit wesentlich, andererseits werden Arbeiten dadurch vergleichbarer.
| Referenz | Vorgabe | |
|---|---|---|
| Seitenrand | Links: 3,5 cm Rechts/Oben/Unten: je 2,5 cm |
|
| Text | Arial 11, Calibiri 12 oder Times New Roman 12 Zeilenabstand 1,5 Blocksatz, Automatische Silbentrennung (über Layout Silbentrennung automatisch |
|
| Fußnoten | Arial 9, Calibri 10 oder Times New Roman 10 | |
| Kopf-/Fußzeile | Arial 9, Calibri 10 oder Times New Roman 10 Auf jeder Seite (außer Deckblatt) Name und Seitennummer |
|
| Seitennummerierung | Durchegehende Seitennummerierung Römische Seitennummerierung für Verzeichnisse (I, II, III, ...) Arabische Seitennummerierung für Hauptteil (1, 2, 3, ...) |
|
| Abstand | Abstände vor und nach Überschriften bzw. zwischen Absätzen einfügen | |
| Überschriften | max. 4 Überschriftenebenen | |
| Deckblatt | Ohne Kopf-/Fußzeile Ohne Nummerierung |
|
| Abbildungen | Jede Abbildung erhält unterhalb eine Nummerierung und einen Titel, die Quellenangabe erfolgt ebenfalls hier, analog zu den Quellenangaben im Text |
Abbildungen und Tabellen sind korrekt in den Text zu integrieren! |
| Tabellen | Jede Tabelle erhält unterhalb eine Nummerierung und einen Titel, die Quellenangabe erfolgt ebenfalls hier, analog zu den Quellenangaben im Text |
|
| Verzeichnisse | Inhaltsverzeichnis Abbildungsverzeichnis (bei mehr als 2 Abbildungen) Tabellenverzeichnis (bei mehr als 2 Tabellen) Abkürzungsverzeichnis (für nicht gängige Abkürzungen) |
|
| Literaturverzeichnis | Alphabetische Reihenfolge (nach Autor:innen) Am Ende der Arbeit (vor dem Anhang) |
|
| Geschlechtergerechtes Formulieren |
Es gelten die MCI-weiten Standards in der gängigen Fassung, die im Leitfaden "Geschlechtergerechtes Formulieren" festgehalten sind. Eine Genderklausel am Beginn der Arbeit ist somit nicht mehr ausreichend! |
Zitation / APA Basics Click to collapse
Zitation
Beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten wird in der Regel an bereits vorhandener Forschung angeknüpft und somit auf Gedanken und Ergebnisse von anderen Autor:innen aufgebaut. Besonders im Literatur- und Methodenteil wird dies sichtbar. Dabei wird zwischen Primär- und Sekundärquellen unterschieden:
| Primärquellen | Primärquellen sind direkte, ursprüngliche Quellen, die Informationen aus erster Hand liefern, wie beispielsweise Forschungsstudien, Tagebücher, Briefe oder Originaldokumente. |
| Sekundärquellen |
Sekundärquellen hingegen sind Interpretationen oder Analysen von Primärquellen oder bereits vorhandenen sekundären Arbeiten.
|
In der Zitierweise wird der Unterschied zwischen Primär- und Sekundärquellen oft dadurch deutlich gemacht, dass Primärquellen direkt zitiert werden, während bei Sekundärquellen Autor:innen der Sekundärquelle zitiert werden, der auf die Primärquelle verweist.
Dabei können aber schnell Fehler entstehen. Im schlimmsten Fall kann dies zu einem Plagiat – also einem Diebstahl geistigen Eigentums bzw. einer Urheberrechtsverletzung – führen. Doch wie kann ein Plagiat vermieden werden? Ganz einfach. Es gibt viele unterschiedliche Zitierstile angelehnt an die jeweiligen Richtlinien von Fachzeitschriften oder Verlagen, wie zum Beispiel APA oder der Harvard Stil.
Im Folgenden wird der APA-Zitierstil mit seinen Richtlinien als einer der weit verbreitesten Zitierstile näher erläutert.
APA Basics
Der APA-Zitierstil, entwickelt von der American Psychological Association, ist eine der am weitesten verbreiteten Methode für das Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten, besonders in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Er zeichnet sich durch klare Richtlinien zur Darstellung von Quellen aus, was deinen Lesern hilft, die verwendeten Informationen leichter nachzuvollziehen. Diese Präzision und Einheitlichkeit machen den APA-Stil besonders beliebt, da er die Genauigkeit und Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Texte fördert und dadurch ermöglicht wird, Gedanken und Forschungsergebnisse effektiv zu kommunizieren.
Mithilfe der richtigen und konsistenten Verwendung einer Zitierweise kennzeichnest und referenzierst du einerseits im Fließtext und andererseits im Literaturverzeichnis am Ende, welche Informationen und Gedanken du von anderen Forschenden übernommen hast.
Zitieren im Fließtext:
Wird im Fließtext zitiert, wird zwischen direkten Zitaten und indirekten Zitaten unterschieden. Direkte Zitate werdend dementsprechend wortwörtlich von einer Originalquelle übernommen und mit der entsprechenden Seitenzahl gekennzeichnet. Indirekte Zitate dagegen werden paraphrasiert im Fließtext übernommen.
Die folgenden Beispiele beziehen sich auf den APA-Zitierstil:
# direktes Zitat: "Das individuelle Interesse wird in der Regel als motivationale Disposition interpretiert, z. B. als persönlichkeitsspezifische Vorliebe für ein
bestimmtes Wissens- oder Handlungsgebiet" (Krapp, 1992, S. 748)
# indirektes Zitat: Im Fall eines individuellen Interesses setzt sich eine Person rein durch eigenen Antrieb aufgrund spezifischer Persönlichkeitsmerkmale
mit bestimmten Themen oder Gegenständen auseinander und erlangt gesondertes und verfahrensmäßiges Wissen darüber (Krapp, 1992).
Bitte beachte: Zwei Autor:innen werden mit „&“ abgetrennt, ab einer Anzahl von drei Autor:innen, wird der/die erste Autor:in genannt und „et al.“ ergänzt!
# zwei Autor:innen: Das psychologische Konstrukt der Motivation lässt sich in intrinsiche und extrinsische Motivation unterscheiden. Während bei intrinsisch
motivierten Individuum die Handlung selbst den Anreiz bietet, ist eine extrinsisch motivierte Handlung zumeist an bestimmte Bedingungen verknüpft
beziehungsweise werden gewisse Absichten verfolgt (Deci & Ryan, 1993).
# mehrere Autor:innen: Strategien zur Motivationsregulation sind Lernansätze, die darauf abzielen, die eigene Anstrengung und Ausdauer bei einer Lernaufgabe
zu steigern. Im Gegensatz zu kognitiven (z. B. Informationsaufnahme) und metakognitiven (z. B. Lernkontrolle) Lernstrategien, konzentrieren sich diese auf die
Steigerung der eigenen Motivation und Ausdauer, ohne die Art des Lernens oder die Lernplanung in den Vordergrund zu stellen (Schwinger et al., 2007).
Erstellung des Literaturverzeichnisses:
Das Literaturverzeichnis am Ende listet alle verwendeten Quellen und Ressourcen auf, welche für die wissenschaftliche Arbeit verwendet wurden. Dabei ist folgendes zu beachten:
-
Die Quellen werden alphabetisch aufgelistet
-
Falls vorhanden die DOI (Digital Object Finder) mitangeben
-
Der Listeneinzug im Literaturverzeichnis ist hängend
-
Alle Autor:innen werden genannt. Ab einer Anzahl von 21 Autor:innen werden diese mit … abgekürzt und der/die letzte Autor:in genannt
Beispiel:
Deci, E. L., & Ryan, R. M. (1993). Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeutung für die Pädagogik. Zeitschrift für Pädagogik, 39(2), 223–238. https://doi.org/10.25656/01:11173
Krapp, A. (1992). Interesse, Lernen und Leistung. Neuere Forschungsansätze in der Pädagogischen Psychologie. Zeitschrift für Pädagogik, 38(5), 747–770.
Schwinger, M., von der Laden, T., Spinath, B. (2007). Strategien zur Motivationsregulation und ihre Erfassung. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 39(2), 57–69. https://doi.org/10.1026/0049-8637.39.2.57
Du kannst dich auch direkt auf der APA Webseite informieren. Ebenfalls hilfreich sind die Ausführungen der Purdue University.
Zitationssoftware
Zitationssoftwareprogramme wie Zotero oder Citavi sind unverzichtbare Werkzeuge für Studierende, Forschende und Wissenschaftler:innen, die ihre Quellenverwaltung und Zitierweise optimieren möchten. Diese leistungsstarken Programme ermöglichen es, Literatur effizient zu organisieren, automatisch korrekte Zitate und Literaturverzeichnisse zu erstellen und somit den Forschungs- und Schreibprozess erheblich zu vereinfachen.
Die beiden Programme unterscheiden sich in einigen Punkten:
| Kategorie | Zotero (kostenlose Open-Source-Software) | Citavi (kostenpflichtige Desktopsoftware) |
|---|---|---|
| Anwendung | kostenlose Open-Source-Software | Kostenpflichtige Desktop-Software |
| Benutzerfreundlichkeit | benutzerfreundliche und relativ intuitive Oberfläche | umfassende, aber komplexe Software |
| Barrierefreiheit | unterstützt Windows, macOS, Linux | nur für Windows verfügbar |
| Quellenangaben | automatisches Zitieren und Erstellen von Literaturverzeichnissen in verschiedenen Zitationsstilen | umfassende Funktionen für das Zitieren und Generieren von Literaturverzeichnissen |
| Wissensverwaltung | sammeln, organisieren und annotieren von Quellen; Integration in den Browser | Verwaltung von Literatur, Wissensorganisierung und Aufgabenplanung |
| Tutorials | Zotero Erklärvideo | Citavi kurz vorgestellt! |
Trotz der Unterschiede gibt es auch einige Gemeinsamkeiten der beiden Programme:
- Beide Programme ermöglichen die automatische Erstellung von Zitaten und Literaturverzeichnissen in verschiedenen Zitierstilen.
- Sie bieten Möglichkeiten zur Organisation und Verwaltung von Literatur und Quellen.
- Sowohl Zotero als auch Citavi unterstützen das Hinzufügen von Anmerkungen bei Quellen.
- Beide haben Schnittstellen zur Integration in gängige Textverarbeitungsprogramme wie Microsoft Word.
Wissenschaftliches Arbeiten mit KI Click to collapse
Wissenschaftliches Arbeiten mit KI
Um sich mit dem Einsatz von KI im Rahmen des wissenschaftlichen Arbeitens auseinanderzusetzen, ist es zuallererst wichtig sich über die Bedeutung von wissenschaftlichem Arbeiten in der Hochschule im Allgemeinen klar zu werden. Wissenschaftliches Arbeiten an Hochschulen soll mehrere Zwecke erfüllen:
- Schreiben als Lerninstrument (Lesenotizen, Mitschriften, etc.)
- Schreiben als Lern- und Prüfungsinstrument (Seminararbeiten, Abschlussarbeiten, Präsentationen, etc.)
- Schreiben als Wissenschaftskommunikation (Dissertationen, Forschungsbeiträge, etc.)
- Schreiben als Medium der Fachsozialisation (lernen so zu denken und zu handeln, wie im jeweiligen Fach üblich (Carter 2007))
- Schreiben als Medium der Wissenschaftssozialisation (der Weg von Wissensempfänger:in zu Wissensproduzent:in (Römmer-Nossek, Unterpertinger & Rismondo 2019, Tremp 2022))
(Buck, I., Limburg, A. (2023, 14. Juni). Wissenschaftliches Arbeiten und Wissenschaftssozialisation unter Bedingungen von KI-Sprachtools [Video] You Tube. https://www.youtube.com/watch?v=C2ul1ZZPocA)
Somit wird es auch in Zukunft nicht ausreichen, wissenschaftliche Arbeiten rein durch KI erstellen zu lassen, um die mit wissenschaftlichen Arbeiten verbundenen Lernziele zu erfüllen. Allerdings kann KI dich dabei unterstützen, die Lernziele einfacher bzw. besser zu erreichen.
Anwendungsgebiete von KI im wissenschaftlichen Arbeiten

Eigene Abbildung in Anlehnung an Buck (2023).
Ziel sollte es sein (und auch Ihre eigene Motivation), die KI in den Bereichen der Unterstützung und im besten Fall zur Verbesserung der Arbeitsergebnisse einzusetzen. Seie dir immer darüber im Klaren, dass dein:e Betreuer:innen den Einsatz von KI-Tools erkennen werden und die Arbeiten dementsprechend bewerten werden. Außerdem gilt es im Vorhinein abzuklären, in welchem Ausmaß der Einsatz von KI-Tools in der jeweiligen Lehrveranstaltung erlaubt ist. Mache dir zudem bewusst, dass KI auch Fehler machen kann, schon alleine deshalb solltest du alles, was du durch KI generieren lassen kannst, selbst überprüfen und überarbeiten. Schon dieser Schritt bringt dich näher an den Bereich der Unterstützung durch KI.
Wie dokumentiere ich die Nutzung von generativer KI richtig?
Wie bei physischen Lehrbüchern, Zeitschriftenartikeln und Onlinequellen sollten auch KI-generierte Informationen und Texte gekennzeichnet werden. Dazu gibt es unterschiedliche Ansätze, die je nach Hochschule und Studiengang bzw. auch Zitierstil variieren können. Für die Zitation von KI-generierten Inhalten sind mehrere Aspekte interessant:
- Was? Entscheidend ist zunächst, welche konkreten Bestandteile einer Arbeit unter Einsatz von KI entstanden sind, etwa Texte, Abbildungen, Tabellen oder Datensätze.
- Welche Tools? Darüber hinaus ist anzugeben, welche KI-Werkzeuge verwendet wurden. Dazu zählen beispielsweise der Anbieter, das jeweilige Modell sowie gegebenenfalls ein Link zum genutzten System.
- Wann? Ebenso relevant ist der zeitliche Kontext. Hierzu gehören Informationen, wie das Datum, an welchem das Tool genutzt wurde oder auch die Modellversion des Tools.
- Wie? Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Art und Weise der Nutzung. Es sollte nachvollziehbar sein, wie das KI-Tool eingesetzt wurde (konkreter Anwendungsfall), etwa durch Angaben zu den verwendeten Eingaben (Prompts).
Einige Universitäten sind sich einig, dass neben der Kennzeichnung KI-generierter Textteile im Fließtext auch ein Prompt-Verzeichnis und/oder KI-Verzeichnis zur Offenlegung der verwendeten KI-Tools und deren konkreten Verwendung angegeben werden sollte. Dies kann folgendermaßen aussehen:
Kennzeichnung von KI-generierten Textteilen im Fließtext:
xxx... (OpenAI, 2024)
xxx... (in Anlehnung an OpenAI, 2024)
Prompt-Verzeichnis:
ChatGPT (28.06.2023): "Schreibe eine Zusammenfassung zum Thema XY", verwendet auf Seite 28 / verwendet unter Kapitel 5.2.
KI-Verzeichnis:
|
KI-Tool |
Einsatz |
|
ChatGPT |
Ideengenerierung für Kapitel 1 Schreibhilfe in Kapitel 1.2 |